Aktuelles

"Es geht auch anders"

Hauptversammlung mit Prof. Dr. Hubert Wolf

In der Hoffnung, dass die Corona-Lage nicht wieder Einschränkungen mit sich bringt, laden wir ein zur Hauptversammlung am Montag, 25. Oktober 2021. Sie findet dieses Mal im Gemeindezentrum von Liebfrauen in Stuttgart-Bad Cannstatt statt

"Es geht auch anders … Reformideen von oben und unten aus der Kirchengeschichte" - zu diesem Thema wird Prof. Dr. Hubert Wolf einen Vortrag halten und mit uns ins Gespräch kommen.

Es wird für die Veranstaltung ein Hygienekonzept geben, bei dem wir die aktuell geltenden Regelungen zum Infektionsschutz berücksichtigen. Eine Anmeldung in der Geschäfts­stelle ist dieses Mal für die Planung (v. a. die Teilnehmer- und Kontaktdatenerfassung) erbeten.

Zum Tod von Prof. Hans Küng

Aktionsgemeinschaft Rottenburg dankt für sein Lebenswerk

Am 6. April 2021 ist Prof. Hans Küng im Alter von 93 Jahren gestorben. In St. Johannes in Tübingen fand am 16. April eine bewegende Trauerfeier für ihn statt. Zwei AGR-Mitglieder haben dabei mitgewirkt und als priesterliche Mitbrüder Küngs die Gemeinschaft der Kirche lebendig bezeugt und repräsentiert.

Wolfgang Gramer als Leiter der Liturgie und Ulrich Skobowsky als Ortspfarrer von St. Johannes in Tübingen haben ein beeindruckendes Zeugnis der Verbundenheit mit Hans Küng zum Ausdruck gebracht. In seiner Predigt hat Wolfgang Gramer die Zeit der 60-er Jahre als bedeutsam und prägend für ihn persönlich und für die Theologiestudierenden (die meisten waren damals noch Priesteramtskandidaten) aufleben lassen. Das Wirken von Küng konnte durch den schmerzlichen Entzug der Lehrbefugnis nicht aufgehalten werden. Was Küng als Konzilsberater von Bischof Leiprecht auf dem Konzil theologisch beitragen konnte, mündet ein in die Gründung der Stiftung Weltethos.

Als AGR sind wir dankbar für Hans Küngs bedeutsames Lebenswerk, für sein zutiefst „katholisches“ Weiterwirken und sein christliches Lebenszeugnis. Viele unserer Mitglieder sind durch ihn als Person und durch seine Schriften geprägt und ermutigt worden in ihrem Dienst in der Kirche. Küng hat seine Präsenz als Theologe und sein Glaubenszeugnis über das Wirken in der Tübinger Universität und der Katholischen Kirche hinaus - trotz Entzug der Lehrbefugnis - durchgehalten und bis zuletzt in der weltweiten Gemeinschaft der Religionen glaubwürdig gelebt.


Kein Nein sondern ein Ja zur Segnung homosexueller Paare

Die AGR kritisiert wie viele andere in unserer Kirche das Nein, mit der die Glaubenskongregation in ihrem Responsum die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare kategorisch abgelehnt hat. Wir verweisen auf unsere Erklärung von 2018.

Geschäftsführender Ausschuss hält Klausur als Video-Konferenz

Die diesjährige Klausur des AGR-Vorstands fand am 23. November als Video-Konferenz statt. Erstes Thema waren die jüngsten Mitteilungen der Diözese zur Corona-Situation. Kritisiert wurde dabei der Sprachstil, gerade im Blick auf den Umgang mit Personen, die im Gottesdienst keine Maske tragen (können). Auch wurde die mangelnde Transparenz angesprochen. So ist beispielsweise nicht klar, wer sich hinter dem Krisenteam verbirgt und wie der Kontakt zur Basis vor den Entscheidungen stattfindet.

Weiteres Thema war die Spendung von Sakramenten durch Nicht-Priester. Vor allem die Krankensalbung stand dabei im Fokus. Die AGR wird den Bischof und den neuen Priesterrat auffordern, das Thema „Krankensalbung“ mit den entsprechenden Aspekten (Frage des Priesteramtes, Krankensalbung durch Diakone) zu beraten und auf der Ebene der Bischofskonferenz einzubringen.

Beraten wurde auch, wie mit der wissenschaftlichen Auswertung des KiamO-Prozesses (Prof. Ebertz) umgegangen wird. Manche kritischen Punkte decken sich mit dem, was die AGR in ihrem „Zwischenruf“ formuliert hat. Der Vorstand will nun hören und darüber in Austausch kommen, wie die Verantwortlichen mit den kritischen Anfragen aus der Studie im Blick auf den Prozess umgehen wollen.

Zur Frage der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, der Segnung wiederverheirateter Geschiedener und der Kindersegnung (statt Taufe) soll es 2021 einen Studientag geben.

Neben weiteren Themen wurde beschlossen, dass Prof. Dr. Hubert Wolf als Referent für die Hauptversammlung 2021 angefragt werden soll. Er hätte dieses Jahr sprechen sollen. Die Hauptversammlung musste coronabedingt aber ausfallen.

Kirche und Homosexualität

Bei der September-Sitzung hat sich der Vorstand mit dem AGR-Mitglied Stefan Spitznagel getroffen zu einem Austausch über das Thema "Homosexualität und Kirche". Dabei ging es um das Verhältnis von "LGBTIQ-Menschen" und der katholischen Kirche. Stefan Spitznagel berichtete von den Priestergruppen, die sich in Deutschland seit Mitte der 90er-Jahren gebildet haben und deren aktueller Situation. Er erzählte von den Queer-Gottesdiensten, von denen es seit Jahren auch einen in Stuttggart gibt. Die AGRler tauschten sich über Homosexualität und Seelsorge aus und über die Frage von Segnungsfeiern. Dieses Thema soll weiter verfolgt werden.

Trotz immer noch vorhandener Spannungen, bedingt durch die Morallehre der Kirche und das Verschweigen der Realität, hat sich die Situation insgesamt entspannt, was auch durch gesellschaftliche Veränderungen zu erklären ist. Ein Thema war zudem, wie die Verantwortlichen in der Priesterausbildung und in den Personalreferaten mit homosexuellen Priestern bzw. Kandidaten umgehen.

Eine missionarische Kirche braucht eine partizipative und kooperative Leitung der Gemeinden

Die Instruktion der Kleruskongregation „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“ möchte zu einem missionarischen Aufbruch der Pfarreien ermutigen. Mit ihrer am Kirchenrecht orientierten Beschreibung der Pfarrei, der Rolle des Pfarrers und der Aufgabe der so genannten Laien sowie der Ablehnung von Team-Leitungsmodellen konterkariert sie allerdings diese Ermutigung und nimmt die Realität in vielen Ortskirchen offensichtlich nicht wahr und ernst.

Wir als AGR sagen klar: Eine Kirche, die in unserer Zeit missionarisch sein und im Dialog mit der Gesellschaft treten will, braucht eine partizipative und kooperative Leitung ihrer Pfarrgemeinden. Deshalb unterstützen wir unseren Bischof in seiner Haltung, das „Rottenburger Modell“ der partizipativen und kooperativen Gemeindeleitung, wie sie in unserer Kirchengemeindeordnung festgeschrieben ist und seit langem praktiziert wird, konsequent weiter zu verfolgen.

Zudem erneuern wir unsere Überzeugung, dass das Priesteramt eine neue Gestalt braucht und der Zugang zu diesem sakramentalen Dienst auch für Frauen und Verheiratete ermöglicht werden soll.


Juli 2020


Geschäftsführender Ausschuss der AGR

Wieder Gottesdienst feiern - Bedenken und Fragen

In einem Brief an Bischof Gebhard Fürst und die Verantwortlichen der Diözese hat der Vorstand der AGR seine Bedenken und kritischen Fragen zur Ermöglichung von Gottesdiensten unter strengen Auflagen geäußert.

- Ist dieser Schritt zum jetzigen Zeitpunkt angebracht und zu verantworten im Blick auf die epidemologische Bewertung gottesdienstlicher Versammlungen, an denen zudem oft die so genannte Risikogruppe (ältere Menschen) überdurchschnittlich vertreten ist?

- Welches Signal senden wir Kirchen dadurch in der Öffentlichkeit aus, wenn wir uns zum jetzigen Zeitpunkt so für unser durchaus verständliches Partikularinteresse einsetzen, während andere Versammlungen nach wie vor aus guten Gründen untersagt bleiben?

- Sind die Bedingungen und Vorgaben, die mit der Feier des Gottesdienstes wohl noch für längere Zeit verbunden sein werden, in den Gemeinden umzusetzen und zu erfüllen?

- Wollen die Verantwortlichen in den Gemeinden unter diesen Bedingungen überhaupt Gottesdienst feiern?

- Schafft eine restriktive Ermöglichung öffentlicher Gottesdienste nicht andere Probleme vor Ort (z. B. bei der Umsetzung der Vorgaben oder bei der Auswahl derer, die daran teilnehmen können)?

- Wird die Diözese bei ihrer Entscheidung den Gemeinden und ihren Verantwortlichen einen Ermessensspielraum zugestehen und das auch öffentlich so kommunizieren, damit Pfarrer und Kirchengemeinderäte, die sich zum jetzigen Zeitpunkt gegen eine Feier von öffentlichen Gottesdiensten entscheiden, nicht unter Druck geraten?

Inzwischen ist die bischöfliche Anordnung erschienen, wie Gottesdienste nach Lockerung der Beschränkungen gefeiert werden sollen. Wir sind gespannt auf die Diskussionen in den Gemeinden und auf die Umsetzung und die Erfahrungen, die dabei gemacht werden.

Wir stehen dazu - Priester und Diakone unterstützen die Weihe von Frauen

Mitte März hat der Vorstand sich mit Claudia Schmidt, der Geistlichen Beirätin des Katholischen Frauenbunds in unserer Diözese, getroffen. Es ging um Maria 2.0 und die Initiativen und Gruppen, die sich daraus entwickelt haben. Im Laufe des Austausches wurde deutlich, dass Frauen sich über eine deutliche und klare Positionierung von Priestern und Diakonen freuen würden - und zwar so, dass es auch sichtbar und wahrnehmbar wird. Deshalb hat die AGR ein kurzes Statement formuliert, das Priester und Diakone namentlich unterstützen können. Es wird - immer wieder aktualisiert - auf unserer Homepage eingestellt unter "Wir melden uns zu Wort". Zu gegebener Zeit soll diese Erklärung auch an Verantwortliche in der Kirche übergeben werden.


Hier der Wortlaut der Erklärung, die inzwischen 62 Priester und Diakone unterzeichnet haben (Stand: 11.4.2020):


Wir stehen dazu

Priester und Diakone unterstützen die Weihe von Frauen


Wir arbeiten gerne als Priester und Diakone in unserer Kirche.

Wir üben unseren Dienst mit Freude aus, der uns in der Weihe übertragen worden ist.

Aber wir leiden unter der Ungerechtigkeit, die mit unserem priesterlichen oder diakonischen Dienst verbunden ist, da Frauen der Zugang zu diesen Ämtern verwehrt wird.

Mit vielen Theologinnen und Theologen sind wir der Meinung, dass der Ausschluss von Frauen vom ordinierten Dienst bzw. den Weiheämtern nicht haltbar ist.

Frauen, die zu diesem Dienst berufen und geeignet sind, sollten die Ordination bzw. Weihe empfangen können. Wir brauchen sie in unserer Kirche und in unseren Gemeinden.

Zu dieser Position stehen wir!

Treffen mit Claudia Schmidt vom Katholischen Frauenbund

Am 11. März hat der Vorstand der AGR sich mit Claudia Schmidt getroffen. Claudia Schmidt ist die Geistliche Beirätin des Katholischen Deutschen Frauenbundes in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die AGRler tauschten sich mit ihr über die Bewegung Maria 2.0 aus. Claudia Schmidt berichtete von den Initiativen und Gruppen, die sich dazu in unserer Diözese gebildet haben. Dabei rückte die Frage ins Zentrum, wie die Priester, vor allem die Aktionsgemeinschaft Rottenburg, deutlicher die Anliegen der Frauen nach gleicher Teilhabe an den Ämtern der Kirche unterstützen können. Mutige Worte und Zeichen sind da gefragt. Einzelne Ideen wurden vorgetragen und beraten. Zum einen könnten Priester und Pfarrer Aktionen wie den Tag der Diakonin (der in diesem Jahr ausfallen muss) oder lokale Maria 2.0-Initiativen unterstützen. Warum nicht ganz demonstrativ an einem Sonntag als Priester eine Wort-Gottes-Feier in der Bank mitfeiern, die von Frauen gestaltet und geleitet wird? So lautetet eine weitere Idee. Zudem könnten Priester namentlich dazu stehen, dass sie für die Weihe von Frauen eintreten, und zum Ausdruck bringen, dass sie die Ungerechtigkeit belastet, auf der ihr derzeitiges Priesteramt basiert. Der Vorstand der AGR wird diese Ideen nun weiter verfolgen.

Austausch mit Generalvikar Dr. Clemens Stroppel

Am 27. Februar sind Mitglieder des Geschäftsführenden Ausschusses der AGR in Rottenburg zu einem Austausch mit Generalvikar Dr. Clemens Stroppel zusammengekommen. Dabei ging es um das Thema Pastoral und Verwaltung.

Die AGR-Mitglieder berichteten dem Generalvikar von ihren Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Abteilungen und Mitarbeitern des Bischöflichen Ordinariats. Sie gaben eine Rückmeldung, welche Auswirkungen die Verwaltungsaufgaben haben, die in der letzten Zeit auf die Pfarrer bzw. Pfarrbüros zugekommen sind (z. B. in den Bereichen Steuerrecht, Prävention). Sie teilten ihre Einschätzungen mit im Blick auf die Veränderungsprozesse im Bereich der Verwaltungszentren und bei den Kirchenpflegen. Die Mitglieder des Vorstands mahnten zudem eine bessere Kommunikation zwischen Verwaltung und Pfarrern an sowie mehr Transparenz über Veränderungsprozesse und mehr Möglichkeiten zu Austausch und Information. Bei allen unterschiedlichen Erfahrungen ging es immer wieder um das Thema Partizipation und Subsidiarität, wo die AGR-Mitglieder noch Entwicklungsbedarf sehen.

Generalvikar Stroppel ging ausführlich auf die einzelnen Erfahrungen und Beispiele ein. Er verwies auf die hohe Komplexität, die im Bereich der Verwaltung herrscht, sowie die Ungleichzeitigkeit in der Diözese. Zudem seien viele Veränderungen und neue Aufgaben durch Regulierungen und Gesetze im staatlichen Bereich bedingt. Im Blick auf die Pfarramtssekretärinnen berichtete er vom Projekt Pfarrbüro im Wandel. Derzeit gäbe es keine Kürzungen bei diesen Stellen. Neuberechnungen des Deputats der Sekretärinnen seien im Gange. Auch eine Höhergruppierung der Sekretärinnen sei denkbar, wobei dafür die Koda zuständig sei. Ein weiteres Thema waren die Kindergartenbeauftragten Verwaltung und deren Deputat sowie deren räumliche Verortung. Generalvikar Stroppel gab seine Einschätzung zur Rolle und Aufgabe der Kirchenpflegen und zur Weiterentwicklung der Verwaltungszentren. Für letztere sei aufgrund der derzeitigen zusätzlichen Aufgaben (Steuerrecht) eine Aufstockung der Stellen notwendig. Im Blick auf das Thema Prävention Sexueller Missbrauch und die Forderung nach Durchführung von Fortbildungen in den Seelsorgeeinheiten herrschte Einigkeit, dass dazu die Situation der Gemeinden und des ehrenamtlichen Dienstes realistisch wahrgenommen werden und die Umsetzung so erfolgen müsse, dass sie vom Personal vor Ort auch leistbar ist.

Der Vorstand de AGR war mit diesem Austausch zufrieden, für den sich der Generalvikar fast drei Stunden Zeit genommen hat, und hofft, dass die konstruktiv-kritischen Impulse aufgegriffen werden in den Beratungen der diözesanen Gremien und in der Arbeit des Bischöflichen Ordinariats.