AGR

Aktionsgemeinschaft Rottenburg

Wir sind Kirche-Gruppe in Rom:

Offener Brief AN DIE HIRTEN DER KATHOLISCHEN KIRCHE und zur Information AN DAS GESAMTE VOLK GOTTES mit zehn Fragen zur Laieninstruktion



Von der „Wir-sind-Kirche-Bewegung“ ging uns der „römische Brief“ mit folgendem Vorwort zu:

„Vor geraumer Zeit hat die Wir sind Kirche-Gruppe in Rom / Italien einen sehr fundierten „Offenen Brief AN DIE HIRTEN DER KATHOLISCHEN KIRCHE und zur Information AN DAS GESAMTE VOLK GOTTES mit zehn Fragen zur Laieninstruktion formuliert. Dieser Brief wurde schon ins Spanische, Englische und Französische übersetzt und wird in deutscher Übersetzung auch in der Ausgabe Nr. 11 von PUBLIK-FORUM am 5. Juni erscheinen.

Die Diözesangruppen oder wer es sonst auch immer möchte, werden gebeten, den Brief – ggf. auch in abgeänderter oder erweitereter Form – an ihren / seiner Diözesanbischof zu senden.

Christian Weisner

Wir sind Kirche-Bundesteam
sowie im Namen der Internationalen Bewegung Wir sind Kirche“





International Movement We Are Church (IMWAC)

Internationale Bewegung Wir sind Kirche


Luigi de Paoli
Noi Siamo Chiesa
Via U. Vivaldi, 10
I-00122 Roma
Tel.: ++39-(0)6-56 47 06 68
Fax: ++39-(0)6-56 47 06 68
e-mail:


luigi.depaoli@eurodatabank.com
Maureen Fiedler, SL
National Coordinator,
We are Church Coalition
P.O.Box 2548
Hyattsville, MD 20782 USA
Tel.: ++1-(0)301.699-0042
Fax: ++1-(0)301-864-2182
e-mail: quixotectr@aol.com
Dr. Thomas Plankensteiner
Plattform “Wir sind Kirche”
Salurner Str. 10
A-6020 Innsbruck
Tel.: ++43-(0)512-56 57 66
Fax: ++43-(0)512-56 57 66
e-mail:
t.plankensteiner@tirol.com
Elfriede Harth
Sprecherin d. Internationalen Bewegung Wir sind Kirche
Mollerstr. 25
D-64289 Darmstadt
Tel.: ++49-(0)6151-782919
Fax: ++49-(0)6151-782920
e-mail: imwac@aol.com





Im Mai 1998



Offener Brief



AN DIE HIRTEN DER KATHOLISCHEN KIRCHE



und zur Information





AN DAS GESAMTE VOLK GOTTES



Liebe Hirten!



vor einiger Zeit veröffentlichte der Heilige Stuhl eine



"Instruktion über einige Fragen der Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester”



die durch die Unterzeichnung

von acht Vatikanischen Dikasterien abgesegnet wurde.
Diese "Instruktion" hat bedeutsame Kritik entfacht,

selbst von seiten

einiger Mitglieder des katholischen Bischofskollegiums.

Auch wir haben beschlossen,

uns im Geist der Unterscheidung ein Urteil zu bilden

über dieses Dokument,

weil wir überzeugt sind,

daß die Meinungen und Lehren des

Magisteriums

wichtige Beiträge

von der christlichen Gemeinschaft

erhalten können





Wir legen Euch zehn Fragen vor,

auf die wir gerne Eure Antwort erhalten würden.









Frage 1: DIE QUELLEN
Die Vatikanische Instruktion enthält 119 Quellenangaben, die sich folgendermaßen zusammensetzen.
· 27 II. Vatikanisches Konzil
· 25 Johannes Paul II.
· 42 CIC
· 4 Katechismus der Katholischen Kirche
· 15 Römische Kongregationen
· 1 Bischofssynode
· 1 die sich auf mehrere Quellen gleichzeitig bezieht: Hl. Thomas von Aquin, Konzil von Trient und Katechismus der katholischen Kirche
· 1 Paulus (Epheserbrief)


Einige neutestamentarische Quellenangaben (7) entstammen Konzilstexten: keine einzige einem der Evangelien. Wenn man die 27 Angaben abzieht, die sich auf das II. Vatikanische Konzil beziehen, so verweisen die restlichen 86 auf den jetzigen Papst, und zwar ausdrücklich (25) oder implizite (da er selbst den Katechismus der katholischen Kirche angeregt und genehmigt hat, ebenso den CIC; auch hat er persönlich die Verantwortlichen der acht unterzeichnenden Vatikanischen Behörden ernannt).

Es ist bemerkenswert, daß in der Masse der Quellen, auf die sich pastorale Normen von solch vitaler Bedeutung gründen, die vier Evangelien fehlen, auch Quellen aus der Urkirche oder von anderen christlichen Kirchen.



Wir fragen: Welche Autorität können pastorale Verordnungen haben, die für Millionen Menschen gültig sind, wenn sie jeder historisch-ökumenischen und insbesondere auf dem Evangelium gründender Dokumentierung entbehren, da sie sich ja offensichtlich nicht ausdrücklich auf das Wirken und Lehren von Jesus von Nazareth beziehen?

Mit anderen Worten: Kann ein Dokument als “katholisch” bezeichnet werden, wenn seine Quellen fast ausschließlich aus den letzten 50 Jahren stammen und nicht die gesamte Tradition berücksichtigen, d.h. die letzten 2000 Jahre?





Frage 2: DAS HEILIGE



Das Dokument verwendet in der Originalfassung mindestens 25 mal das Adjektiv “heilig”, um viermal von der “heiligen Eucharistie” zu sprechen, einmal von den “heiligen Ornamenten”, 19 Mal vom “heiligen Dienst des Klerus” (die “sacri ministri” wörtlich “heiligen Amtsträger”, in der offiziellen deutschen Fassung abweichend von anderssprachigen Fassungen mit “geistlichen Amtsträger” übersetzt, die “heiligen Hirten”, die “heilige Vollmacht” , die “heilige Weihe” und “geheiligt durch das Sakrament der Weihe”)

Eine derartige Adjektivierung, auch wenn während des II. Vatikanischen Konzils in Gebrauch, ist dem Neuen Testament völlig fremd. Es genügt, irgendeinen Band der “Biblischen Konkordanzen” aufzuschlagen, um nachzuprüfen, daß weder Jesus noch die Apostel je dieses Adjektiv verwendeten, weder im Zusammenhang mit Kleidungsstücken, noch mit Riten oder Priestern.



Wir fragen: Welche Akzeptanz wird ein Dokument des Magisteriums finden, das einen Prozeß der “Sakralisierung” der Ämter und Riten einführt, die werde in der Praxis noch in der Theorie von Jesus oder den Aposteln zu finden sind, und mehr noch, wenn bedacht wird, daß Jesus als einfacher nicht-ordinierter Laie gewirkt hat?





Frage 3: DAS TRINITARISCHE DOGMA



Es hinterläßt einen seltsamen Eindruck, wenn mindestens 43 Mal das Wort “Kirche” (ohne das Adjektiv “katholisch”!) zu lesen ist, und nur viermal das Wort “Jesus Christus”.
Die Heiligste Dreifaltigkeit wird niemals erwähnt!


Wir fragen: Welche theologisch-dogmatische Grundlage können denn die Gedanken und Vorschriften der Instruktion haben, wenn sie vollends auf jenes Dogma verzichten, das das “zentrale” und spezifische Dogma des christlichen Glaubens ist, das heißt das Dogma des Dreifaltigkeit-Gottes?

Mit anderen Worten: Wenn die von der Vatikanischen Kurie entworfene und vom Papst abgesegnete “Kirche” weder theoretisch noch pastoral der Heiligsten Dreifaltigkeit nachgebildet ist, handelt es sich denn überhaupt noch um die Kirche des Vaters-Sohnes-Heiligen Geistes, der vollendeten Communio unter Gleichen?





Frage 4: KÖNIGLICHES UND PROPHETISCHES VOLK



Im einleitenden Teil der Instruktion ist zu lesen, daß alle gerufen sind, “gemäß den verschiedenen Ämtern und Charismen” das Volk Gottes aufzubauen. Es wird weiterhin behauptet, daß “unter allen eine wahre Gleichheit in der allen Gläubigen gemeinsamen Würde” gibt, und “daß der ewige Hohepriester Jesus Christus wollte, daß seine Kirche an seinem einzigen und unteilbaren Priestertum teilhabe”

Diese Äußerungen haben den Verdienst, längst verschüttete alte Wahrheiten in Erinnerung zu rufen, aber sie weisen, unserer bescheidenen Meinung nach, zwei Grenzen auf, die ihren Wert untergraben. Denn:

A/ Wenn die Laien berufen sind “Ämter und Charismen” auszuüben, als “Teilhabende am Priestertum Christi”, so läuft im Verlauf des Dokumentes dieser Ruf ins Leere, denn alles fällt in die Kompetenz des ordinierten Klerus.

B/ Wenn das II. Vatikanische Konzil erneut eine Kirche als in seiner Ganzheit “priesterliches” Volk verkündete, unterstrich es ebenfalls zwei weitere grundlegende Attribute: das des “”prophetischen” Volkes (das sich “in fortwährender Umkehr und Widerstreit mit den Beherrschern dieser finsteren Welt und gegen die bösen Geister” befindet) und das eines “königlichen” Volkes. Das erste Attribut wird kaum erwähnt, das zweite überhaupt nicht genannt.



Wir fragen: Kann dieses Dokument der Kurie als in einer Linie mit den Konzilsresolutionen betrachtet werden, wenn es ausschließlich einen Teil der amtlichen Funktionen der Hierarchie darlegt, und das auf Kosten der Rollen, Funktionen, Charismen und Dienste des übrigen Volkes Gottes?





Frage 5: DIE LAIEN



Der Instruktion zufolge haben die Laien, ihres anerkannten “Königtums” beraubt, keinerlei Funktion innerhalb der Kirche. Sie können nicht

· Der Eucharistie vorstehen, auch nicht in Abwesenheit eines “heiligen Amtsträgers”
· Taufen
· Trauungen vornehmen
· Die Bezeichnung Pastor, Kaplan, Koordinator, Moderator führen, noch predigen
· Ein aktives oder passives Stimmrecht im Priesterrat ausüben
· Ein beschließendes Stimmrecht in den Pfarrgemeinderäten, den Diözesanräten oder den Gremien ausüben, in denen Wirtschaftsfragen verhandelt werden
· Gebete sprechen oder Gesten ausführen, die dem zelebrierenden Priester vorbehalten sind
· Kranke salben
· Beerdigungen vornehmen
· In Seminaren weitergebildet werden oder dort studieren

An die Laien kann gelegentlich delegiert werden, einige der genannten Funktionen auszuüben, aber nur unter zwei Bedingungen:

Um zeitweise einen fehlenden “heiligen Amtsträger” zu ersetzen

Nach dem Erhalt der Erlaubnis des Bischofs;

(Ein Laie darf nur predigen, wenn er die Genehmigung des Heiligen Stuhls hat)



Wir fragen: Das Lehramt verkündet täglich, daß das Leben “heilig” sei, und zwar vom Augenblick der Empfängnis an. Aber dieses gleiche Lehramt erkennt den nicht-ordinierten Laien keinerlei “heiligen” Wert an. Wir möchten eindeutig beantwortet haben: Sind die Laien “heilig” oder nicht?





Frage 6: DIE HEILIGEN AMTSTRÄGER



· Die Instruktion führt aus, daß der Auftrag der Laien “weltlichen Charakter” hat, während der der Amtsinhaber “sakralen”. Diese können:
· Mit heiliger Vollmacht ausgestattet “in persona” Christi, dem Haupt und Hirten, wirken.
· mit Vollmacht das Wort Gottes verkünden, d.h.: predigen, im Glauben unterweisen, Katecheseunterricht geben
· Den munus docendi, sanctificandi et regendi ausüben
· Die “einzigen Spender der göttlichen Geheimnisse” sein
· Den Vorsitz über die rein beratenden Pfarrgemeinderäte und Diözesanräte innehaben
· Ausgebildet werden in ausschließlich für sie reservierten Orten (Seminare)



Die Verantwortungsträger in der Kurie entfernen sich zwar damit nicht vom II. Vatikanischen Konzil, aber sie unterschlagen auf bedeutungsvolle Weise einige Bedingungen und Vorschriften. Das Konzil erklärt z.B.:

· Die Bischöfe sollen ihre “Herde erbauen in der Wahrheit und Heiligkeit” und dabei beachten, daß “der älteste sei wie der jüngste, der Führer wie der Diener” (Lk 22, 26);
· “Der Bischof ist gehalten, die Priester wie Söhne und Freunde zu betrachten, wie auch Christus seine Jünger nicht Knechte, sondern Freunde nennt” (LG 28)
· Die Priester “sind Jünger des Herrn, wie auch die anderen Gläubigen” (PO 9) sie sollen bereit sein, die Meinung der Laien zu hören, ihren Wünschen brüderlich Rechnung zu tragen und ihre Erfahrung anerkennen, so daß sie gemeinsam mit ihnen die Zeichen der Zeit erkennen
· Die Priester sollen mit Glaubenssinn die vielfältigen Charismen der Laien entdecken, von den bescheidensten bis zu den höchsten; sie sollen sie mit Freude erkennen und fördern (PO 9)
· Sie sollen den Laien vertrauensvoll Aufgaben im Dienst der Kirche übertragen und ihnen dabei Freiheit und Handlungsspielraum lassen; mehr noch, sie sollen sie antreiben, selbst Initiativen zu ergreifen (PO 9)
· Die Priester befinden sich unter den Laien, um sie alle zur Einheit der Liebe zu führen: “Damit sich alle untereinander lieben mit brüderlicher Liebe, und sich gegenseitig achten” (Röm 12,10)” (PO 9)



Wir fragen: Welche Legitimität kann ein kirchliches Dokument haben, das aus autorisierten Texten, Teile so sinnverändernd herausnimmt, daß es erneut zu “zwei Sorten Christen” kommt, was in den Augen des Konzils als im Widerspruch zum Evangelium gesehen wurde?





Frage 7: LITURGIE



In der Konstitution über die Liturgie haben die Konzilsväter als ihr Anliegen festgehalten, daß:

· die Gläubigen nicht diesem Glaubensgeheimnis (der Messe) wie fremde und stumme Zuschauer beiwohnen, sondern es gut verstehen und durch die Riten und Gebete, bewußt, fromm und aktiv an der heiligen Handlung teilnehmen sollen (SC 48)
· die rituelle Ausgestaltung der Messe derart verändert wird, daß die fromme und aktive Teilnahme der Gläubigen erleichtert wird (SC50)



Wir fragen: Da sich in der Vatikanischen Instruktion keinerlei Spuren dieser Ermahnungen finden lassen, im Gegenteil, in Bezug auf die Laien ständig lediglich von Verboten, Mißbräuchen, Grenzen und Verpflichtungen die Rede ist, wäre es nicht angemessen, daß das “Bischofskollegium” bestätigt oder “entkräftet”, ob die Rolle der Laien in der Liturgie darin besteht, “stumme Zuschauer” oder zeitweilige Lückenbüßer für die heiligen Amtsträger zu sein mit der einzigen Pflicht, “Amen” zu sagen?





Frage 8: ABSOLUTE PRINZIPIEN



Die Instruktion wurde konzipiert, um die existierenden Unterschiede zwischen Taufpriestertum und Weihepriestertum zu bekräftigen (Unterschied dem “Wesen, nicht dem Grad nach”) und um “einige Mißbräuche” zu ahnden “die dem Mangel an geweihten Amtsträgern in der Gemeinde abhelfen möchten, in manchen Fällen (aber) ein Verständnis vom gemeinsamen Priestertum der Gläubigen aufkommen ließen, die seinen eigentlichen Sinn und seine spezifische Bedeutung verwischt. Dies führt unter anderem zu einem Rückgang der Kandidaten für das Priestertum.”

Und sie schlußfolgert logisch: “Wenn nämlich in einer Gemeinde kein Priester vorhanden ist, dann fehlt der Dienst und die sakramentale Funktion Christi”. Und “ein schwerer Mißbrauch ist es überdies, wenn Laien gleichsam den “Vorsitz” bei der Eucharistiefeier übernehmen”. Und das alles, um die “kirchliche Identität eines jeden zu wahren” und zu vermeiden, “bei den Gläubigen keine Irrtümer aufkommen zu lassen”.



Wir fragen: Erzeugt es nicht einen schweren Irrtum in den Gläubigen, wenn gelehrt wird, daß die Prinzipien etwas Absolutes sind und das Leben der Gläubigen etwas Nachrangiges, da es für wichtiger erachtet wird, Millionen Katholiken auf die Eucharistie verzichten zu lassen, wenn nur ein dogmatisch-kirchliches Prinzip unberührt bleibt?

Mit anderen Worten: Wie soll die Einstellung der Kurie mit der Lehre Jesu Christi in Einklang gebracht werden, nach der “der Sabbat für den Menschen, und nicht der Mensch für den Sabbat da ist”?





Frage 9: DIE SPRACHE



Die Sprache, die in der Instruktion vorherrscht, ist folgende:
..”die nicht mit dem Weihecharakter ausgestatteten Gläubigen”
· "Vermeidung pastoraler Abweichungen und disziplinärer Mißbräuche”
· "sich an die rechtlichen Verordnungen halten”
· "es sollen die notwendigen und angebrachten Mittel einsetzen, um ..zu verhindern und zu vermeiden...”
· "den Unterschied und die Komplementarität der Funktionen ... respektieren..”
· "verantwortungsbewußtes Einschreiten der zuständigen Autorität....”
· "...ungehöriges Streben nach dem “geistlichen Dienst”...”
..”der nicht mit dem Weihesakrament ausgestattete Gläubige erhält die allgemeine Bezeichnung “außerordentlicher Beauftragter” nur dann, wenn er von der zuständigen Autorität...”
· "der CIC 766 legt die Bedingungen fest, nach denen......”
· "…es ist nicht zulässig, daß Laien....”
· "bei dem überdies gemäß can. 766 immer ‚iuxta Episcoporum Conferentiae praescripta‘ zu handeln ist";
· “die der "recognitio" des Apostolischen Stuhls bedürfen”;
· "… die Predigt kann als “Ersatz” ...gestattet werden”
· "…ist als aufgehoben anzusehen durch den can.....”;
· "das richtige Verständnis und die Anwendung jenen Kanons....verlangt, daß diese außergewöhnliche Maßnahme unter genauer Beachtung der darin enthaltenen Bedingungen durchgeführt wird”
· "dies steht gemäß dem Text des Kanons nur einem Priester zu.....”
..”nicht einmal der Diözesanbischof (ist) bevollmächtigt, von der Norm des Kanons zu dispensieren..”
· "die Erklärung des Amtsverzichts bei Vollendung des 75. Lebensjahres läßt den Pfarrer nicht “ipso iure” aus dem Amt scheiden”
· "können daher kein Stimmrecht ausüben...”
· " daher sind Entscheidungen ....ungültig und deshalb als nichtig ...”
· "die notwendigen Mittel ergreifen werden, um sie dem in der Kirche gültigen Recht anzupassen....”
· "die kanonische Disziplin über das außerordentliche Amt... muß richtig angewandt werden...”;
· "die Erlaubnis darf ad actum erteilt werden durch
· "Es ist Pflicht der zuständigen Autorität, falls die in den vorhergehenden Artikeln aufgeführten Fälle objektiver Notwendigkeit eines “Supplierens”...”
· "das kanonische Recht greift die Lehre auf...”
· " die kanonische Bestimmung über die Gültigkeit der Delegation sowie über die Eignung, Fähigkeit und Haltung..”
· "Partikularrechte und geltendes Gewohnheitsrecht....sind widerrufen”


Wir fragen: Ist das die Sprache des Reiches Gottes, des Volkes Gottes, des Mystischen Leibes Christi, der “wirklichen Erbauer der communio”? Werden nicht gerade die “Seminare” jene Orte sein, in denen diese den Institutionen der “Welt” eigenen Sprachen strukturiert und tradiert?




Frage 10: DIE BISCHÖFE



Im Schlußwort wird in der Instruktion klargestellt, daß
· "Der Heilige Stuhl empfiehlt dieses Dokument dem pastoralen Eifer der Diözesanbischöfe der verschiedenen Teilkirchen anvertraut und allen anderen Ordinarien, im Vertrauen darauf, daß seine Umsetzung reiche Frucht trage...”
· "Dieses Dokument beabsichtigt, klare Richtlinien zu erteilen, um eine wirksame Mitarbeit der nicht-ordinierten Gläubigen (die deutsche Fassung übersetzt “Laien”) ...zu sichern..”
· Die heiligen (deutscher Text: geistlichen) Hirten sind gerufen, die ihnen eigene Aufgabe zu erfüllen, “die allgemeine Ordnung der ganzen Kirche zu fördern ... und auf die Einhaltung aller kirchlicher Gesetze zu drängen” (CIC can. 392)



Die Unterzeichner der Instruktion behaupten in großer Wahrhaftigkeit, daß:

v es sich um eine “klare und verbindliche Antwort” handelt";

v das Bischofskollegium nicht in seiner Vorbereitung mitgewirkt hat;

vdie Bischöfe verpflichtet sind, den ihnen übergebenen Text “umzusetzen” und darüber hinaus mit Eifer (und ohne vorherige Auseinandersetzung damit)

Es entsteht der überwältigende Eindruck, daß die Hirten vor allem anderen Präfekten der Vatikanischen Polizei sind, die den Auftrag haben, über die “kirchliche Disziplin” zu wachen und dafür zu sorgen, daß “alle kirchlichen Gesetze befolgt werden”.



Wir fragen: Wie kann diese der Kurie gemäßen Gestalt des “Hirten” in Übereinstimmung gebracht werden mit dem Bild des “Guten Hirten” Jesu Christi? Und wie kann Übereinstimmung erzielt werden zwischen der Behauptung in der Instruktion: “ Das Priestertum des Dienstes hat seine Wurzeln in der Apostolischen Sukzession” und der Tatsache, daß der Papst und die Kurie Bischöfe und geweihte Priester wie Untertanen behandeln, die keinerlei Teilhabe an den pastoralen Entscheidungen haben und nicht einmal das Recht und die Pflicht, sich ein dem Evangelium gemäßes Urteil darüber zu bilden?





Liebe Bischöfe,

abschließend möchten wir einen Text des Papstes Gregor dem Großen

aus dem VI.-VI, Jahrhundert beifügen,

der sich folgendermaßen der kirchlichen Gemeinschaft gegenüber äußerte:



"Ich weiß, in der Tat, daß viele der Dinge, die ich allein nicht zu verstehen vermochte,

begriffen habe, als ich mich unter meinen Brüdern befand.

In diesem Wissen habe ich versucht zu ergründen, wem das Verdienst gebührt für das Verständnis, das mir zuteil geworden war. Und so geschieht es, daß, mit der Gnade Gottes, die Einsicht wächst und der Hochmut sich verringert, während ich Euretwegen lerne, was ich Euch lehre, denn, ich bekenne es in aller Schlichtheit, in den meisten Fällen höre ich gemeinsam mit Euch das, was ich Euch sage. Und wenn ich so in der Lesung dieses Propheten (Ezequiel), wenig verstehe, dann liegt es an meiner geistigen Unwissenheit; wenn ich hingegen den Sinn ergründen kann, so ist es dank der Gnade Gottes, die mir Eure Frömmigkeit beschert” (Gregor der Große, Hom. In Ez II,6: PL9488D-949A)



Um zu erklären, daß ein Lehrer auch immer Jünger der Gläubigen ist,

denn diese können das Wort Gottes besser verstehen, als er,

wiederholt er bei einer anderen Gelegenheit:



"Wenn mein Zuhörer oder mein Leser... nicht immer meine Auslegungen nach seinem Geschmack findet, werde ich ihm ruhig folgen, wie ein Jünger seinen Meister. Ich erachte als Geschenk, was er alles besser als ich fühlen und verstehen kann.” (Gregor der Große, Mor.30,27, PL:76,569C-570A)



Wir fragen: Wie kann man diese Einstellung des Papstes Gregor den Großen in Einklang bringen mit all dem, was in der Instruktion des Heiligen Stuhles steht?

Mit anderen Worten: Welches von beiden ist dem Evangelium gemäßer?





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© 22.04.1998 AGR

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