AGR

Aktionsgemeinschaft Rottenburg

Pressemitteilung

Hauptversammlung der AGR am 14. November 2011 im Zeichen des Dialogprozesses



Wendlingen – Die diesjährige Hauptversammlung der Aktionsgemeinschaft Rottenburg (AGR) stand ganz im Zeichen des diözesanen Dialog-und Erneuerungsprozesses. „Wie können wir als Kirche Vertrauen zurückgewinnen? Das Wort ergreifen in der Krise der Zeit“ war das Thema, in das Prof. Dr. Hermann Häring aus Tübingen einführte. Der emeritierte Theologe skizzierte die derzeitige Situation der Kirche mit den Schlagworten Selbstfixierung, Überweltlichung und Flucht in die Selbstrepräsentation. Folge seien eine weit verbreitete Sprachlosigkeit und eine gefährliche Dialektik zwischen dem Medienereignis Kirche und ihrer Botschaft.

Häring erklärte: „Die heutige Kirche versteht sich als überweltliche Organisation. Das macht sie gesprächsunfähig.“ Die Säkularisierung in der Gesellschaft und die Umbruchssituation der Kirche verglich er mit dem großen Umbruch von der Antike zum Mittelalter. Wichtige Aufgabe sei es heute, die „Suche nach elementarer Religiosität“ zu intensivieren und im Dialogprozess das Reich Gottes als Orientierungsgröße nicht aus den Augen zu verlieren. In seinen Thesen zum Dialogprozess forderte er einen vorbehaltlosen Dialog, der „in Themenfindung und Ergebnisfindung autonom“ sein müsse. Er solle an die Dialogangebote und Dialogergebnisse anknüpfen, die bisher von den reformorientierten Gruppen vorangetrieben wurden. Ebenso seien die Voten und Beschlüsse aus der Würzburger Synode oder der Diözesansynode wieder aufzugreifen. „Die blockierten Dialoge sind fortzusetzen“, erklärte Häring. Zudem könne der initiierte Dialogprozess nicht absehen „von den Entwicklungen einer Theologie, die sich von der Schrift und vom zeitgenössischen Wissensstand inspirieren lässt“. Schließlich müsse ein Dialog „aus sich heraus seine eigene Verbindlichkeit entwickeln“.

Die 35 Teilnehmer der Hauptversammlung diskutierten anschließend, wie dieses Verständnis von Dialog in der Kirche mit ihren derzeitigen theologischen Konzepten und ihrer hierarchischen Struktur umgesetzt werden könne. Die AGR-Mitglieder entwickelten Ideen, wie sie sich in den diözesanen Dialogprozess einbringen wollen. So werden sie ihre Positionen zu den aktuellen Herausforderungen der Kirche zusammenfassen und sich in einer öffentlichen Erklärung mit den reformorientierten Gruppen und Initiativen solidarisieren. Zudem wollen sie die Dialoge über pastorale Fragen vor Ort unterstützen und in ihre Gemeinden als Subjekte der Seelsorge stärken und sie in ihrer Selbstständigkeit weiter entwickeln. Eine stärkere Vernetzung der reformorientierten Initiativen in der Diözese wurde ebenfalls als Ziel formuliert.



Die Aktionsgemeinschaft Rottenburg (AGR) ist eine Priester-Solidaritätsgruppe,
in der 155 Theologen, zumeist Pfarrer der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Mitglied sind.

Sie ist Mitglied der AGP (Arbeitsgemeinschaft von Priester-und Solidaritätsgruppen).

Klaus Kempter

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© 03.01.2012 sc

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